Kurz gesagt
PVC (Polyvinylchlorid) ist ein Kunststoff, der erst durch Weichmacher so flexibel wird, dass er sich als Material für Gartenschläuche eignet.
Hart-PVC ist spröde. Um daraus einen biegsamen Schlauch zu machen, mischt man Weichmacher unter. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) machen sie bei Weich-PVC 30 bis 40 Prozent aus. Der Kunststoff wird dadurch elastisch, gleichzeitig bleiben die Weichmacher nicht fest eingebunden. Sie können aus dem Material wandern.
Öko-Test prüfte 12 Weich-PVC-Schläuche und 3 Schläuche aus synthetischem Kautschuk (Ausgabe 6/2015). Das Fazit: Weich-PVC braucht Weichmacher, und in den schlecht bewerteten Schläuchen steckten weiterhin Phthalate, einer enthielt DEHP. Wie sich die Mischung heute zusammensetzt, steht selten auf der Verpackung. Auf Datenblättern fehlt oft die Angabe, welcher Weichmacher eingesetzt wird.
Der Vorteil von PVC bleibt: Es ist langlebig, verformbar und kostet wenig. Viele klassische Schläuche bestehen deshalb aus PVC mit Gewebeeinlage. Wer auf weichmacherärmere Materialien setzt, sucht Alternativen wie TPE. Welche Stoffe problematisch sind, erklärt der Eintrag zu Phthalate und Weichmacher, die Folgen für Trinkwasser und Haut behandelt der Ratgeber zu Schadstoffen im Gartenschlauch.
Praxisbeispiel
Du lässt den gefüllten PVC-Schlauch tagsüber in der Sonne liegen. Lass das erwärmte, stehende Wasser vor dem Gießen von Gemüse ablaufen. Öko-Test prüfte die Stoffabgabe ins Wasser über vier Stunden bei 60 °C und fand Phthalate, PAK und zinnorganische Verbindungen in geringen Mengen.
Darauf achten beim Kauf
- Suche Angaben zu Weichmachern und Prüfzeichen auf der Verpackung.
- Achte auf die Herstellerangabe „phthalatfrei“ und frage bei Unklarheit nach.
- Lass stehendes Wasser aus dem Schlauch ablaufen, bevor du Gemüse gießt.
- Alternativen zeigt der Textilschlauch oder PVC-Schlauch.
Weitere Begriffe findest du im Glossar zum Gartenschlauch.
