Speicher wählen

Regenwasser im Garten nutzen: Regentonne, Zisterne oder Tank?

Welcher Regenspeicher zu deinem Garten passt: Volumen, Aufstellung, Überlauf, Frostschutz und Kostenklassen.

Redaktion gartenschlauch-vergleich.de aktualisiert am 03.11.2026 So vergleichen wir

Autor
Redaktion gartenschlauch-vergleich.de
Veröffentlicht
03.11.2026

Kurz gesagt

Für den Garten reicht meist eine Regentonne mit 200 bis 500 Litern. Wer Rasen, Beete und Hochbeete aus der Leitung unabhängig machen will, plant eine unterirdische Zisterne mit 1.500 bis 10.000 Litern. Der Tank rechnet sich über den Gartenbedarf und die Dachfläche, nicht über den Preis pro Liter.


Regentonne, Zisterne oder Tank: der Überblick

Regenwasser ist weich, kostenlos und für Pflanzen ideal. Das Umweltbundesamt hält das Gießen von Pflanzen, Obst und Gemüse mit Regenwasser für die einfachste und sinnvollste Nutzung und stuft die Gartenbewässerung hygienisch als unbedenklich ein. Die Frage ist nur: Wie viel Speicher brauchst du?

Variante Volumen (Faustwert) Aufstellung Passt zu Kostenklasse
Regentonne 200 bis 500 Liter oberirdisch am Fallrohr Beete, Kübel, Hochbeet Einstiegsklasse
Wandtank, Pflanzsäule keine einheitliche Angabe oberirdisch, schmale Stellfläche kleine Gärten, Zwischenspeicher Einstiegs- bis Mittelklasse
Unterirdische Zisterne 1.500 bis 10.000 Liter im Erdreich, Kunststoff oder Beton Rasen, große Beete, Pumpe Mittel- bis Oberklasse

Die Volumen stammen von der Verbraucherzentrale NRW. Kunststoffzisternen sind leicht und lassen sich teils selbst einbauen. Betonzisternen halten länger, sind aber schwer und aufwendiger im Einbau.

Wie viel Wasser brauchst du wirklich?

Rechne vom Bedarf aus. Für die Beispiele gilt eine einfache Umrechnung: Ein Millimeter Niederschlag auf einem Quadratmeter ergibt einen Liter. Die Rechenbeispiele sind eigene Näherungen. Verdunstung, Filterverluste und Überlauf ziehen im Alltag etwas vom Ertrag ab.

  • Tomaten: Eine fruchttragende Pflanze braucht laut Öko-Test je nach Standort und Wetter 1 bis 5 Liter pro Gießvorgang. Zehn Pflanzen verbrauchen also pro Durchgang höchstens etwa 50 Liter. Eine Tonne reicht dafür lange.
  • Rasen: Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) empfiehlt bei beginnendem Trockenstress eine durchdringende Gabe von etwa 15 bis 20 Litern pro Quadratmeter. Auf 100 m² sind das 1.500 bis 2.000 Liter pro Durchgang. Eine Tonne mit 500 Litern ist dafür zu klein.
  • Dachfläche: Ein Gartenhaus mit 10 m² Dachfläche liefert bei 10 mm Regen rund 100 Liter. Eine Garage mit 20 m² bringt 200 Liter. Ein Einfamilienhausdach mit 100 m² bringt entsprechend 1.000 Liter.

Die Faustregel: Für Beete und Gemüse genügt die Tonne. Für Rasen brauchst du eine Zisterne oder musst Leitungswasser zuschießen.

Aufstellung, Zulauf und Entnahme

Dach prüfen

Nicht jede Dachfläche eignet sich. Kupfer- und Zinkdächer können Metallverbindungen abschwemmen. Sind nur Rinnen und Fallrohre aus diesen Metallen, ist die Gartennutzung laut Umweltbundesamt in der Regel unproblematisch. Von Bitumenbahnen rät das Amt ab, weil sie Herbizide wie Mecoprop oder MCPA enthalten können.

Zulauf beruhigen, Wasser kühl lagern

Baunetzwissen empfiehlt, das Wasser vor dem Speichern fein zu filtern, einen beruhigten Zulauf zu bauen und den Speicher kühl und dunkel aufzustellen. So bleibt das Wasser länger frisch. Die Entnahme liegt entweder knapp unter der Wasseroberfläche oder mindestens 10 cm über dem Boden. Dann zieht die Pumpe keinen Bodensatz.

Überlauf

Überschüssiges Wasser soll vor Ort versickern. Normale Dachflächen ohne nennenswerten Kupfer-, Zink- oder Bleianteil dürfen laut Umweltbundesamt ohne Vorbehandlung versickern. Auf stark tonhaltigem Boden staut sich das Wasser. Plane dort eine größere Versickerungsmulde ein.

Entnahme per Schlauch

Aus der Tonne läuft Wasser per Schwerkraft, wenn der Hahn höher liegt als der Auslass. Das reicht für die Gießkanne. Für Schlauch und Tropfsystem brauchst du Druck und damit eine Pumpe. Welche, erklärt der Beitrag Hauswasserwerk oder Gartenpumpe. Für Tropfsysteme gilt: Halte den vom Hersteller genannten Mindestdruck ein und setze einen Filter davor. Die LWG weist darauf hin, dass Tropfer verstopfen oder verkalken können. Ein Filter ist deshalb Pflicht, bei Regenwasser mit Laub- und Schwebstoffen erst recht. Ein passendes Tropf- oder Perlschlauch* versorgt Beete gezielt, wie der Vergleich der Tropf- und Perlschläuche zeigt.

Frostschutz im Herbst

Gefrierendes Wasser dehnt sich um etwa zehn Prozent aus und sprengt Kunststoff- und Holztonnen. Leere die Tonne deshalb vor dem ersten Frost komplett. Schließe den Zulauf (Regendieb auf Winterbetrieb oder Klappe zu) und lass den Ablaufhahn offen, sonst platzt er. Nur Tonnen, die der Hersteller ausdrücklich als frostfest ausweist, dürfen teilweise gefüllt bleiben. Alle Schritte für die ganze Saison findest du in der Checkliste zum Winterfestmachen.

Kosten und Förderung

Eine Tonne bleibt überschaubar im Aufwand. Eine Zisterne mit Pumpe, Filter und Leitungen liegt in der Mittel- bis Oberklasse. Das Umweltbundesamt rechnet für Anlagen mit Hausanschluss vor: Ein Vier-Personen-Haushalt kann etwa 40 m³ Trinkwasser pro Jahr ersetzen, mit Wäsche etwa 60 m³. Die Amortisation liegt dort deutlich über zehn Jahren. Für reine Gartenanlagen fällt die Rechnung günstiger aus, weil Pumpe und Hausinstallation entfallen. Wo du die Zisterne von der Kanalisation abkoppelst, spart eine gesenkte Abwassergebühr Geld.

Viele Kommunen bezuschussen den Bau von Zisternen. Konkrete Beträge nennt die Verbraucherzentrale nicht, sie unterscheiden sich von Ort zu Ort. Frag vor dem Kauf bei Stadt oder Gemeinde nach und kläre, ob du den Antrag vor dem Einbau stellen musst.

Rechtliches und Hygiene

Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf die Vorgaben, denn sie unterscheiden sich je nach Nutzung und Gemeinde.

  • Wird das Regenwasser an die Hauswasseranlage angeschlossen, musst du es dem Trinkwasserversorger melden. Das nennt die Verbraucherzentrale NRW.
  • Die Trinkwasserverordnung verlangt in dem Fall eine Sicherungseinrichtung gegen Vermischung mit Trinkwasser. Die Leitungen müssen farblich als Nichttrinkwasser gekennzeichnet sein.
  • Koppelst du Regenwasser von der Kanalisation ab, regelt das die örtliche Entwässerungssatzung. Meist brauchst du eine Genehmigung.
  • Regenwasser gehört nicht zum Duschen, Baden oder Kochen.

Eine Gartenzisterne ohne Hausanschluss ist deutlich unkomplizierter. Die Satzung deiner Gemeinde gilt trotzdem.

Typische Fehler vermeiden

  • Tonne zu klein für den Rasen: Rechne den Bedarf vor dem Kauf durch, wie oben gezeigt.
  • Offener Deckel: Ohne Abdeckung gelangen Laub und Schmutz hinein, und das Wasser kippt schneller um. Die Verbraucherzentrale NRW nennt Deckel und Abdeckung ausdrücklich.
  • Hahn im Winter geschlossen: Restwasser im Hahn lässt ihn bei Frost platzen.
  • Entnahme am Boden: Dort sammelt sich Bodensatz. Entnimm knapp unter der Oberfläche oder mindestens 10 cm über dem Grund.

Entscheidungshilfe: Welcher Speicher für wen?

  • Nur Gießkanne und Beete: Tonne mit 200 bis 500 Litern.
  • Mehrere Tonnen oder Wandtank: wenn Platz am Fallrohr fehlt oder Tonnen verbunden werden sollen.
  • Rasen und große Beete: Zisterne mit Tauchpumpe oder Gartenpumpe.
  • WC und Waschmaschine: eher Neubau mit zweitem Leitungsnetz.

Für den Anschluss an einen Gartenschlauch brauchst du am Pumpenauslass einen passenden Adapter. Eine Auswahl gängiger Schlauchkupplungen und Adapter* spart dir die Suche. Welche Bewässerung du insgesamt aufbaust, planst du am besten mit der Anleitung zur Gartenbewässerung.

Wie groß sollte eine Regentonne sein?

Für Beete und Kübel genügen 200 bis 500 Liter. Die Verbraucherzentrale NRW stuft das als eher gering ein. Wer mehr Fläche gießt, kombiniert mehrere Tonnen oder wählt eine Zisterne.

Ab welcher Größe lohnt sich eine Zisterne im Garten?

Sobald du Rasen oder große Beetflächen regelmäßig wässerst. Ein Rasendurchgang mit 15 bis 20 Litern pro Quadratmeter braucht bei 100 m² schon 1.500 bis 2.000 Liter. Unterirdische Zisternen fassen 1.500 bis 10.000 Liter.

Muss ich eine Regenwassernutzung anmelden?

Mit Anschluss an die Hauswasseranlage ja, beim Trinkwasserversorger. Bei Abkopplung von der Kanalisation gilt die örtliche Entwässerungssatzung. Eine reine Gartenzisterne ohne Hausanschluss ist einfacher, frag trotzdem bei deiner Gemeinde nach.

Ist Regenwasser fürs Gemüse unbedenklich?

Für die Gartenbewässerung hält das Umweltbundesamt Regenwasser hygienisch für unbedenklich. Entscheidend ist das Dach: Kupfer-, Zink- und Bitumenflächen sind nicht ideal. Auf unbeschichteten Kupfer-, Zink- und Bleidächern solltest du kein Gemüse gießen.

Muss die Regentonne im Winter geleert werden?

Ja, es sei denn, der Hersteller nennt sie ausdrücklich frostfest. Gefrierendes Wasser dehnt sich um etwa zehn Prozent aus. Lass den Ablaufhahn im Winter offen.

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Quellen

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